Ranrapalca (6162m) North Face

Ranrapalca is one of the most breathtaking mountains of Peru´s Cordillera Blanca. It is easily seen from Huaraz, and overwhelming to everybody climbing nearby Ishinca (5.530m), its North Face is a superb climb. (summitpost.org)

Genau, als treuer Blogleser kommt einem dieser Name irgendwie bekannt vor, wir waren vor zwei Wochen bereits am Ranrapalca und haben erfolglos die Nordostroute versucht. Bidu, Wasem und mir gefiel das Ishincatal so gut, dass wir es nochmals bis ans Ende an den Fuss des Ranrapalca durchlaufen wollten… Die Nordwand hat vor zwei Wochen vielversprechend ausgesehen, damals dachten wir aber, es sei allenfalls einbisschen “drigschosse” gleich bei der ersten Akklimatisationsexpedition eine 6000er Nordwand anzugehen. Doch jetzt fühlen wir uns bereit.
Gleich unter dem Einstieg zur Nordwand schlagen wir unser Biwak auf und geniessen einen phänomenalen Sonnuntergang. Life can be so good!
Die Nacht im Biwak ist mässig gemütlich, es graupelt zwischendurch und hinter Tocllaraju und Ishinca, den Bergen vis-à-via, ziehen in regelmässigen Abständen massive Gewitter durch - bei jedem Blitz wird die Nacht zum Tag. Tja, wir warten unsere Startzeit ab…01:30h der Wecker klingelt, es windet und leuchtet immer noch ab und zu in der Ferne, doch über uns ist der Himmel sternenklar.
02:20 Uhr steigen wir in die Nordwand des Ranrapalca ein. Wir kämpfen uns durch die uns fremden “vertidientes” (vertikale Zähne) oder auch Büsserschnee genannt, hoch bis zu einer Seraczone, wo wir kurz richtiges Eis haben. Danach wieder “vertidientes” bis zu einem teils vereisten Felsband, “mas o menos” M5, welches wir direkt in einer Seillänge überwinden können. Nochmals “vertidientes” bis zum Ausstiegsfelsband. Im Sonnenaufgang überqueren wir nach der Wand das riesige Gipfelplateau um an dessen Ende auf den Gipfelzahn des Ranrapalca zu steigen. Es ist nicht viel Platz auf dem Gipfel. Top, wir haben es geschafft und es ist erst 07:00 Uhr. Mit genügend Zeitreserve steigen wir wieder, die nun besonnte, Nordwand hinunter zum Col, packen unsere Biwaksachen und wandern das Tal hinaus. Ein “ariero” (Eseltreiber) fragt uns, ob wir gerne “burros” (Esel) möchten für die Rucksäcke. Mit den Worten “somos tan fuertes como burros …. “ lehnen wir dankend ab - Superidee nach einem Gipfeltag. Als wir am späten Nachmittag schliesslich beim Taxi-Parkplatz “Pacha Pampa” ankommen und die schmerzenden Schultern von den schweren Rücksacken befreien, fühlen wir uns wirklich wie “burros”, was für Esel wir doch waren keine “burros” genommen zu haben…


Alexander Gammeter

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Kommentare: 3
  • #1

    Hacke (Dienstag, 11 August 2015 09:16)

    Yeah gratuliere! Geili drü Burros ;)

  • #2

    Christine, Ziwa (Mittwoch, 12 August 2015 20:29)

    Tolle Bilder! Schoen, dass es euch gut geht:-)))).

  • #3

    Christiane (Samstag, 15 August 2015 16:21)

    Super Leistung, super Landschaft... so weit, so wild, so schön...! Lg Christiane