AACB-Expedition Kimshung und Urkinmang ,Langtang Valley, Himalaya, Nepal

im Alpinstil - because style matters...

vom 20. März 2016 - 24. April 2016


Berg

Der Berg Kimshung (auch Tsangbu Ri) befindet sich im Gebirgsmassiv Langtang Himal im Zentral-Himalaya in der nepalesischen Verwaltungszone Bagmati. Der 6781 m hohe Berg liegt nördlich des Flusstals des Langtang Khola im Langtang-Nationalpark. Der Urkinmang (6152m) gehört zum Jugal Himal.

Es sind noch keine Besteigungen des Kimshung dokumentiert.

 

Route

Wir versuchen die Südwand des Kimshung hochzusteigen und den Felsaufschwung entweder in der Mitte über eine Rampe zu erklimmen oder gegen links auszuholen und über den Grat zum Gipfel empor steigen. Ob wir an den Fuss der Südwand gelangen, hängt vom Zustand des Gletschers ab und wird sich vor Ort zeigen. Am Fusse der Südwand errichten wir - falls möglich - ein vorgeschobenes Basislager ein. Allenfalls besteht auch eine Möglichkeit links vom Kimshunggletscher auf den Felsen zu klettern und so das Plateau nördlich des Kimshung zu erreichen. Von dort aus könnte eine Besteigung von Norden in Angriff genommen werden. Wir haben aber zu dieser Ansicht keinerlei Fotomaterial. Zudem könnte die Nordseite sehr kalt sein zu dieser Jahreszeit.

 

Der Urkinmang (6152m) versuchen wir über dessen Nordnordostwand zu besteigen und danach über den Ostgrat, sowie die Westflanke zu überschreiten. Geplant ist eine "One-Push-Begehung" vom Basislager auf 4700m. Auch hier haben wir keinerlei Fotomaterial. Wir wissen aber, dass der Berg ein paar Besteigungen vom Tillmannspass über die Westflanke hat.

 

Reise

Von Zürich fliegen wir über Muscat, Oman, nach Kathmandu. In Kathmandu treffen wir Freunde aus früheren Reisen von Philipp und sammeln die aktuellsten Informationen des Langtang Tals und den umliegenden Gipfeln. Nach einer Jeepfahrt und einem 4 tägigen Marsch erreichen wir das letzte Dorf im Langtang Tal: Kyangji (ca. 3900m) von wo aus wir uns mit Tagesausflügen akklimatisieren werden. Später

werden wir das Basecamp am Fusse des Kimshung einrichten und eine Erstbesteigung durch die Südwestwand versuchen. Sollten die Verhältnisse am Kimshung eine Besteigung unmöglich machen, können wir auf den im Jugal Himal liegenden Urkinmang (6152m) und dessen jungfräulichen Nordnordostwand zurückgreifen, welcher ausser von einer japanischen Expedition im Jahre 1995, nur ein paar Mal über eine einfache Route vom Tillmannspass bestiegen wurde.

 

Expeditionsbericht

 

Kathmandu

Die Suche nach einem Taxi am Kathmandu International Airport ist keine grosse Sache, rasch finden wir einen der vielen Suzuki Maruti 800, der uns zu Viktor, unserem Gastgeber im Stadtteil Patan, fahren will. Bezüglich der Grösse ist das Taxi eher zum anziehen als zum einsteigen - wir testen die Dachlast und binden die Bergsteigerausrüstung aufs Dach. Die Fahrt durch die Stadt ist nicht wie angenommen eine Fahrt durch Trümmerhaufen infolge des letztjährigen schweren Erdebenbens, wir sehen einzelne eingestürzt Häuser und viele Baustellen. Nach der langen Reisen geniessen wir die Vielfalt der Restaurants in Kathmandu und gönnen uns im Kangris um die Ecke ein paar leckere Currys.“Next day you also plan Holi?”, fragt uns der nepalische Mitbewohner von Viktor. An einem Feiertag ist sowieso nichts mit Expeditionsorganisation, die Stadt befindet sich im Ausnahmezustand und “we play Holi!”

 

Permits, Gas, Essen für gut 20 Tage etc. sind in Porterbags verpackt. Frühmorgens beginnt die Fahrt an der Ringroad in Macha Pokhari in Richtung Norden über Trisuli nach Syafru Besi. Von dort in zwei langen Tagen durch das Langtangtal hoch nach Kenjing Gumba auf knapp 3900m. Kurz vor Kenjing Gumba wandern wir über die Trümmer bzw. über die Eis-, Schnee- und Steinlawine, welche ein paar Minuten nach dem Erdbeben vom Langtang Lirung hinabgestürtzt ist und das Dorf Langtang komplett (bis auf ein Haus und vier Dorfleute) verschüttet hat. Leute leben in Blechhütten oder Zelten neben der riesigen Lawine und bauen neue Häuser. Es herrscht allgemein Hochbetrieb von Seiten der Einheimischen und Bauarbeiter aus dem unteren Khumbugebiet. Wo nur möglich, wird renoviert oder neu gebaut. Es sind auch viele Porter unterwegs, wir verstehen nun auch wieso die Organisation unseres Trägers nicht so einfach war. Nach kurzem Durchfragen finden wir Gyhalbu Tamang mit seiner (fast fertigwiederhergestellten) Holylandlodge in Kenjing Gumba. Infolge Fehlens des Daches bringt er uns für die ersten paar Nächte in der Bäckerei seines Schwagers, Sunu, unter.

 

Akklimatisation

Nach dem ziemlich heftigen Schneefall während unserer Ankunft unternehmen wir einen ersten Akklimatisationstrek auf den nahegelegenen Tsergo Ri (4984). Infolge des Schneefalls finden wir den Weg nicht und überschreiten den Gipfel. Unsere Expedition steht wohl ab hier unter dem Motto “Überschreiten”.Eigentlich stünde der Naya Kanga (5844m) als nächster Akklimatiosationgipfel auf unserem Programm. Da es jedoch fast jeden Nachmittag/Abend schneit, entscheiden wir uns in der Hoffnung auf raschere Schneeschmelze für die Südseite des Tales und steigen für 4 Tage hoch auf 5000m. An der Gletscherzunge des Dagpache - Gletschers errichten wir unser vorgeschobenes Basislager, von wo aus wir eine Erkundungstour zum Einstieg einer neuen Linie auf den Dagpache (6567m) unternehmen. Unsere Beobachtungen ergeben dass das Couloir und die Gipfelflanke zu wenig eingeschneit sind und bereits ab ca. 9 Uhr starker Steinschlag herrscht. Wir sehen von einem Durchstieg ab. Stattdessen überschreiten wird nächstentags den Tsergo Peak (5749m) ein seltenbegangener Gipfel, von welchem wir sogar den Shisha Pangma (8027m) im Tibet sehen können. Die Überschreitung bietet einen spektakulären und luftigen Gipfelgrat. Zum Abschluss der Akklimatisationstage besteigen wir den östlich unseres Camps gelegenen Yala Peak (5500m) und steigen ab nach Kenjing Gumba.

 

Fortsetzung Kimshung und Urkinmang folgt.

 

Alex